„Ein:e Fundraiser:in ohne Träume ist wie ein Sportler ohne Glaube an sein Talent.“
So oder so ähnlich lässt sich der Essay „Krieg für Träume“ von Jan Kroupa zusammenfassen. Veröffentlicht am 29. Mai 2025 anlässlich der tschechisch-slowakischen Fundraising-Konferenz in Prag, ist der Text ein Plädoyer für eine Haltung, die im Non-Profit-Sektor oft zu kurz kommt: das mutige, hartnäckige Träumen – gerade in Zeiten der Unsicherheit, der Komplexität und der politischen Spannung.
Träume als Kompetenz
Kroupa, Mitbegründer des Czech Fundraising Center, formuliert eine zentrale These, die hängen bleibt:
„Die Fähigkeit, weiter zu träumen, ist eine Kernkompetenz im Fundraising.“
Er argumentiert, dass jede Spendenaktion, die nicht klar auf Gelingen, auf das Erreichen ausgerichtet ist, zum Scheitern verurteilt sei – und damit auch die gesellschaftliche Idee, für die sie steht. Fundraiser:innen seien daher nicht nur Zahlenjongleur:innen, Netzwerker:innen oder Antragsschreiber, sondern vor allem: Träumer:innen und Sinnstifter:innen.
Träume als Widerstand
Der Essay bewegt sich zwischen politischer Analyse, poetischer Reflexion und einem philosophischen Nachdenken über den Zustand unserer Gesellschaft. Kroupa greift Zitate von Václav Havel, Emil Zátopek, Thoreau, Einstein u.A. auf, um zu zeigen: Träumen ist kein Eskapismus, sondern Widerstand gegen das Zynische, das Kalte, das Berechnende.
In einer Zeit, in der Demokratie zunehmend als Machtspiel diskreditiert werde, plädiert Kroupa für eine Rückbesinnung auf ihre Idee – als gemeinsamer Traum eines menschlichen Miteinanders: „Wir leben Träume, wir nähren uns von ihnen, wir weigern uns, die Realität so zu akzeptieren, wie sie scheint.“
Fundraising als Kunst der Mobilisierung
Fundraiser:innen sind demnach „Logistiker der Mobilisierung“ und Übersetzer:innen großer Sehnsüchte in handfeste Projekte. Fundraising sei, so Kroupa, „ein Krieg für Träume“ – einer, der mit Worten, Bildern, Begegnungen geführt wird. Und manchmal auch mit nichts als der Beharrlichkeit, nicht aufzugeben.
Fazit: Mutmacher für Engagierte
Wer Fundraising nicht nur als Mittel zum Zweck, sondern als Haltung begreifen will, sollte diesen Text lesen – und danach: rausgehen, träumen, weitermachen.
Quelle:
Jan Kroupa: Krieg für Träume, veröffentlicht am 29. Mai 2025 im Rahmen der tschechisch-slowakischen Fundraising-Konferenz, organisiert von „Welt der Non-Profits“. (Abruf am 26.6.2025: Válka o sny | Svět Neziskovek)







